Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen

Der Tag als wir begannen die Wahrheit zu sagen von Susan Juby

Susan Juby

Aus dem Amerikanischen von Eva Müller-Hierteis

cbj, April 2015

352 Seiten, € 16,99

ab 12 Jahren

 

 

In ihrem elften Schuljahr vereinigen sich die drei Freunde Neil, Dusk und Normandy zur Wahrheitskommission, um bestimmten Leuten die Fragen zu stellen, die keiner sich wirklich zu fragen traut. Warum guckt die Sekretärin immer so mürrisch? Ist Tyler Jones schwul? Hat Brian Forbes wirklich ein Drogenproblem? Bei ihrer Mission, die Wahrheit bei den Leuten herauszufinden, stellen Neil, Dusk und Normandy fest, dass es auch in ihrem eigenen Leben einige Wahrheiten gibt, denen sie sich stellen müssen.

Eine wirklich beeindruckende Story über Freundschaft, das Leben und die Wahrheit. Im Zentrum steht dabei die Wahrheitskommission, die aus Neil, Dusk und Normandy besteht project plan.

Erzählt wird die Handlung aus der Sicht von Normandy, die die Geschichte in einem Essay für ihre Literaturlehrer als Projektarbeit schreibt. Die Fußnoten, die in dem Text vorkommen, sind am Anfang nervig, nach und nach gewöhnt man sich aber daran. Jedes Mal, wenn einer der drei irgendjemanden ausgesucht hat, dem man die „ultimative“ Frage stellen will, ist man sehr gespannt, wie die Antwort ausfallen wird oder ob die Wahrheitskommission überhaupt eine Antwort bekommt. Dabei ist realistisch dargestellt, dass nicht alle Personen immer eine Antwort auf die Frage finden, die ihnen gestellt wird. Normandy ist in diesem Buch nicht nur diejenige, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, sondern auch diejenige, die sich selbst einigen Wahrheiten in ihrem Leben stellen muss. Denn davon gibt es so manche, besonders in Bezug auf ihre Schwester Keira, die eine berühmte Graphic-Novel-Autorin ist und in ihren „Diana-Chroniken“ zeichnerisch ihre Familie aufs Hässlichste verunstaltet. Kontra bekommt sie deswegen von ihren Eltern und ihrer Schwester Normandy aber nicht. Vielmehr nimmt die gesamte Familie Rücksicht auf sie und betrachtet sie als große Künstlerin, weil sie insgeheim hoffen, dass Keira ihnen finanziell unter die Arme greift.

Während der Handlung erfährt Normandy etwas Schockierendes über ihre Schwester, womit sie zuerst nicht klar kommt. Erst nach und nach entdeckt sie die Wahrheit hinter dem Unglaublichen, das Keira zugestoßen sein soll. Man kann als Leser sehr gut mit verfolgen, wie Normandy an der Wahrheit über ihr Leben und ihrer Schwester wächst. Dadurch wird sie mutiger, selbstbewusster und kann sich endlich gegen ihre Schwester zur Wehr setzen.

Eine tolle, abwechslungsreiche Story mit lebensnahen Charakteren.

Johanna, 18 Jahre

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