Skinned

Robin Wassermann

aus dem Amerikanischen von Claudia Max

script 5, Januar 2010

376 Seiten, € 16,90

„Und woher soll ich wissen, dass du tatsächlich etwas fühlst?“, fragte er.

Woher soll ich wissen, ob man dich nicht einfach so programmiert hat, zu handeln wie du handelst, so zu tun, als hättest du Gedanken und Überzeugungen – den Glauben an deine Identität, den Glauben an deinen freien Willen, den Glauben an deine Menschlichkeit?“ „Weil ich Ihnen versichere, dass ich diese Überzeugungen tatsächlich habe.“ „Aber das würdest du auch sagen, wenn man dich programmiert hätte, dich wie ein Mensch zu benehmen. Du wärst so programmiert, dass du auf Fragen wie meine mit der Beteuerung reagieren würdest, dass du selbstständige Entscheidungen triffst. Selbst wenn dies vom logischen Standpunkt gesehen nicht stimmen kann.“

 Dieses Buch war eher nicht so mein Fall. Ich fand die Zukunftsvorstellungen der Autorin von unserer Welt etwas zu sehr abstrakt und außerdem ziemlich trostlos und grausam. Die Armen der Gesellschaft leben zum Beispiel in den atommüllverseuchten Städten, sind zu Teil wegen der radioaktiven Strahlung behindert, leisten eine Sklavenarbeit und haben auch noch zu wenig „Bonus“ um sich ärztlich behandeln lassen zu können. Der Rest – also die Reichen – lebt auf dem Land, besitzt große Villen und ist perfektaussehend. Das Aussehen kann man nämlich auch schon vor der Geburt bestimmen: Die Eltern sagen, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen wollen, wie diese aussehen sollen und wie viel Intelligenzquotient sie besitzen sollen. Dazu kommt, dass man, je nachdem, in welcher Stimmung man sein will, sich die dazu passende Droge, den s-mod, einwerfen kann. Außerdem können sie, wenn jemand tot ist, alle Gehirndaten und Empfindungen dieses Körpers kopieren und in einen neuen, von Menschen geschaffenen und mit Strom funktionierenden Körper einpflanzen, der dann unverwüstlich und absolut perfekt ist. Auch Werte wie Freundschaft, Liebe, Mitgefühl oder Glaube zählen in dieser Welt anscheinend nicht. Einzig Aussehen, Machtstellung und „Bonus“ sind wichtig. Trotzdem hat mich das Geschehen so gefesselt, dass ich weitergelesen habe, auch wenn mir die Handlung nicht gefallen hat. Außerdem hat die Autorin die von ihr geschaffene Zukunftswelt einigermaßen logisch und sehr genau erklärt. Eigentlich habe ich das Buch überhaupt erst angefangen, weil ich die Leseprobe dazu, die den Anfang des Buches beschreibt, gut fand. Der anfängliche Erzählstil hat mir gefallen, allerdings hat er sich im Lauf der Geschichte immer weiter verschlechtert.

Wer düstere Zukunftsprophezeiungen mag, für den ist das Buch wahrscheinlich das Richtige, aber ich fand es nicht sonderlich gut.

Isabel, 14 Jahre

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