Die schwarzen Brüder – Erlebnisse und Abenteuer eines kleinen Tessiners

Die schwarzen Brüder KLEIN

Lisa Tetzner

Fischer/Sauerländer, Dezember 2013

496 Seiten, € 10,00

ab 10 Jahre

 

 

 

Tessin, Mitte des 19.Jahrhunderts. Nachdem sich die Mutter das Bein verletzt hat und es auch wirtschaftlich der Familie immer schlechter geht, entschließt sich der Vater dazu, seinen Sohn Giorgio als Kaminfeger-Buben nach Mailand zu verkaufen. Dort angekommen muss Giorgio unter menschenunwürdigen Bedingungen schuften und hat auch unter der Familie seines Meisters sehr zu leiden. Zum Glück gibt es da noch die Bande „Die Schwarzen Brüder“, die aus allen Kaminfeger-Buben von Mailand besteht und es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle, die zur ihrer Gilde dazugehören, zu schützen und gegen die gemeinen Stadtjungen zu verteidigen.

Das Buch ist spannend, weil man sich sehr gut in Giorgio und seine Lage hineinversetzen konnte. Außerdem war es interessant und erschreckend zu lesen, wie die Arbeit eines Kaminfegerbuben aussah und unter welchen Bedingungen er zu leben hatte. Das Schlimme an der Geschichte ist die Tatsache, dass es Kaminfegerbuben bis um das 19. Jhd. herum wirklich gegeben hat, die für einen miserablen Lohn gefährliche und auch gesundheitsschädigende Arbeit verrichten mussten. Besonders rührend ist die Stelle, wo die Schwarzen Brüder ihr ganzes Geld, das sie manchmal von netten Leuten bei der Arbeit zugesteckt bekommen, für die Beerdigung eines Mitglieds ausgeben (denn viele Jungen starben durch die Krankheiten, die sie sich während des Kaminsäuberns einholten). Hier merkt der Leser, wie eng und stark diese Gemeinschaft zusammensteht und sie nicht nur eine Bande von Jungen ist, die sich ab und zu gegen die Stadtbuben wehren, die sie und ihre Arbeit verspotten. Dies gibt dem ganzen Buch noch einen Hauch von Bandengeschichte, weil es im zweiten Teil des Buches um diese Bande geht und darüber, wie sie sich gegenseitig unterstützen. An Spannung mangelt es ebenfalls nicht, denn Giorgio muss noch so einige Abenteuer überstehen. Ein spannendes, auch leicht trauriges aber unterhaltsames Buch aus einer anderen Epoche mit einem mutigen Helden, einer Bande von Schwarzen Brüdern und bösen Schurken.

Johanna, 16 Jahre

 

 

 

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