Wie ein flammender Schrei

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Mats Wahl

Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch

Hanser, 29.09.2014

208 Seiten, € 14,90

Ab 13 Jahren

 

 

Ellen ist neu an der Brantingschule, deren Alltag von vier gewalttätigen Jugendlichen bestimmt wird. Sexuelle Belästigungen und falscher Feueralarm sind hier an der Tagesordnung. Als Ellen von der Gang sexuell belästigt wird und dies bei der Rektorin meldet, schwören die Jungs Rache. Kurz danach zünden sie die Schule an, während Ellen mit der Theater-AG im Keller probt…

Das Buch ist außerordentlich schockierend, weil es an Vorfälle angelehnt ist, die an manchen Schulen wirklich vorgefallen sind. Dass die in der Geschichte erzählten Übergriffe  auch im wahren Leben an Schulen passieren und die Lehrer aus Angst nichts dagegen unternehmen wollen, verstört und macht nachdenklich. Ellen ist in diesem Buch die mutige Schülerin, die als Einzige wagt, sich gegen die Gang zu wehren, was ihr allerdings viele Schwierigkeiten einbringt. Dabei fand ich es sehr verwunderlich, dass Ellen so mutig ist, da man sie zunächst vom Charakter her in die Kategorie des eher stillen, zurückhaltenden, kreativen Mädchens einordnet. Jedoch zeigt sie mit ihrem Mut, dass sie eine gewisse Reife besitzt, von der sich die Erwachsenen in ihrem Umfeld, wie z.B. die neue Rektorin der Schule, eine dicke Scheibe abschneiden können. Denn obwohl diese von den Schwierigkeiten an der Schule weiß, verharmlost sie das und alles, was dem öffentlichen Ruf der Schule schaden könnte, wird von ihr Beiseite gewischt oder ignoriert. Deswegen ist sie in dem Buch auch die Person, über die ich mich am meisten aufgeregt habe, da sie die Schwierigkeiten teilweise einfach nicht erkennen will und nicht den Mut oder besser gesagt, den Willen dazu hat, die Probleme richtig anzupacken. Allerdings empfindet man auch Mitleid für die Jugendlichen, da eine Sequenz aus dem Buch von der Umgebung und Erziehung einer der Jugendlichen erzählt, die regelrecht schockiert. Ich finde das Cover, das einen Benzinkanister zeigt, für dieses Buch passend ausgewählt, da es perfekt die „brenzlige“ Stimmung beschreibt, die in Ellens Schule herrscht.

Johanna, 17 Jahre

 

 

 

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