Nachtschattenmädchen

Nachtschatten  KLEIN

Kerstin Cantz

Arena, Januar 2015

296 Seiten, € 12,99

ab 14 Jahren

 

 

 

Karla ist in den Sprachferien in Granada und wohnt bei ihrer Gastmutter Rosa, die ein Restaurant betreibt. Zusammen mit deren Neffen Naldo erkundet sie die Alhambra. Dabei belauscht sie ein wütendes Gespräch zwischen zwei Frauen. Wenig später wird eine der beiden Gesprächspartnerinnen, eine Nonne, tot aufgefunden. Als der Comissario ihr ein Phantombild der letzten Person zeigt, die mit der Nonne gesehen wurde, erschrickt Karla sehr: Das Mädchen auf dem Bild ist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten. Als Karla schließlich auf das Mädchen trifft, das genauso aussieht wie sie und den Namen Alba trägt, stellt sie Nachforschungen an und kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur.

Auch wenn der Thriller mit dem Thema „Bebés Rabados“ einen guten Kernpunkt für die Geschichte hat, ist dieser in diesem Falle nicht genug ausgebaut worden. Zwar erfährt man, worum es sich bei diesem Thema handelt und es fügt sich auch gut in die Geschichte ein. Dennoch bin ich mit dem Thriller schon allein wegen des Endes unzufrieden, weil viele Fragen offen bleiben, was grundsätzlich nicht negativ ist. Hier aber hatte ich beim Lesen  das Gefühl, dass noch eine ganze Menge in der Handlung fehlt. Das Buch ist zwar spannend aufgebaut, jedoch passiert alles Schlag auf Schlag, sodass man keine Atempause erhält, dabei bleibt aber vieles nur oberflächlich. Zudem wirken die Tagebucheinträge, die die Handlung manchmal unterbrechen, abgehoben und fügen sich nicht wirklich in die Geschichte ein. Was in der Tiefe fehlt, ist hier an Oberflächlichkeiten zuviel. Zudem wurde ich mit der Hauptcharakterin nicht richtig warm, weil sie mir an vielen Stellen zu hysterisch agiert. Außerdem waren einige Sätze im Buch so lang, dass ich am Ende nicht mehr wusste, was am Anfang stand (dabei bin ich selbst eine leidenschaftliche Lange-Sätze-Schreiberin ;)). Ein Beispiel: „Nachdem er sich an einem der Bibliothekscomputer durch die Seiten der Klinik San Cosme y San Demian geklickt hatte und durch eine lange Liste spanischer Hilfsorden und kirchlicher Institutionen, war seine Motivation für die Recherche kurzfristig dermaßen ermattet, dass er die Bibliothek verließ und sich auf seinen Roller setzte, ohne dass ihm sofort klar gewesen wäre, dass er zur Klinik fahren würde.“ (aus: Nachtschattenmädchen von Kerstin Cantz, Arena Verlag; S.158).

Insgesamt ein mäßig spannender Thriller, dem ich mehr Tiefe in der Handlung gewünscht hätte und weniger Tempo in ausgedehnten Oberflächlichkeiten. Manchmal ist weniger mehr und wenn dann das mehr noch an der richtigen Stelle wäre, wäre das Buch fast perfekt. 😉

Johanna, 18 Jahre

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