Selection – Die Kronprinzessin (Band 4)

Kronprinzessin KLEIN

Kiera Cass

Aus dem Amerikanischen von Lisa-Marie Rust und Susann Friedrich

Sauerländer, 2015

400 Seiten, € 16,99

ab 14 Jahren

 

 

Einige Jahre sind vergangen, seit America Prinz Maxon ihr Herz geschenkt hat. Nun liegt es an ihrer Tochter Eadlyn ein Casting abzuhalten und sich aus 35 Kandidaten ihren zukünftigen Ehemann auszusuchen. Während das ganze Volk beim Casting mitfiebert ahnt es nicht, dass Eadlyn dem Casting nur zugestimmt hat, um die Unruhe im Volk zu besänftigen und ihrem Vater Zeit zu verschaffen, das Problem zu lösen.

Um es kurz zu sagen: Ich bin von der Hauptcharakterin Eadlyn maßlos enttäuscht. Sie ist zickig, eingebildet, unsensibel, egoistisch, kühl und distanziert. Ihre weiche Seite zeigt sie nur bei ihrer Familie und erst am Ende des Buches machen sich leichte Veränderungen bei ihr bemerkbar. Zwar kann man sie zu einem kleinen Teil verstehen, da sie als erste Frau allein den Thron von Illeá besteigen wird und als zukünftige Königin entsprechend unter großem Druck steht. Aber die Leser der letzten drei Bände der Selection-Reihe wissen, dass auch Maxon unter diesem Druck stand und hat sich nicht so aufgeführt hat, wie seine Tochter es hier tut.

Nun zu den positiven Dingen des Buches: Man trifft alte Bekannte wie Aspen und Marlee wieder, die sich im Verlaufe der Jahre entwickelt haben, genauso wie unsere ehemalige, liebgewonnene Hauptcharakterin America und ihr Ehemann Maxon.

Man erfährt, dass trotz der Abschaffung der Kasten noch sehr viel Unruhe im Volk herrscht und es auch zu Gewaltausbrüchen und Vandalismus kommt. Das Casting, wo Eadlyn sich einen Ehemann aussuchen soll, soll als Ablenkung der Unruhen dienen. Doch Eadlyn wäre nicht Eadlyn, wenn sie das Casting nicht nach ihren eigenen Spielregeln bestreiten würde, ist sie doch fest davon überzeugt  auch ohne Ehemann herrschen zu können. Die Art und Weise wie sie die ersten Kandidaten rausschmeißt, ist unglaublich unfreundlich und unsensibel und man möchte das Buch am liebsten zur Seite legen. Dennoch habe ich weitergelesen, da ich wissen wollte, ob Eadlyn sich im Verlaufe der Geschichte nicht wenigstens ein klein wenig verändert und zu einem halbwegs guten Menschen wird. Und natürlich auch wegen der Kandidaten, von denen man einige, während die Geschichte voranschreitet, echt gern gewinnt. Andere können aber auch Eadlyn in einem kurzen Moment gefährlich werden. Es ist amüsant zu sehen, wie sich die Kandidaten um Eadlyn bemühen und es sogar einige schaffen, ihre Sympathie zu erringen. Dabei hat es Henri, der überhaupt kein Englisch spricht, es am schwersten von den Kandidaten Eadlyns Herz zu erringen, da sie nur über seinen Dolmetscher kommunizieren können. Doch auch er schafft es sich trotz der Kommunikationsschwierigkeiten in Eadlyns Herz (und in das des Lesers) zu schleichen.

Ein weiterer besonderer Kandidat ist Kile, der Sohn von Americas bester Freundin Marlee, die wir schon aus den anderen drei Bänden kennen. Er und seine Schwester Josie leben zusammen mit ihren Eltern im Palast und kennen Eadlyn und ihre Familie schon von Kindesbeinen an. Jedoch ist Eadlyn schon immer von Kile genervt gewesen und auch Kile ist nicht scharf darauf, ewig im Palast zu bleiben. Vielmehr will er endlich aus ihm ausbrechen und sein eigenes Leben beginnen. Während des Casting kommen sich die beiden jedoch näher und beginnen sogar eine zarte Liebesbeziehung, auch wenn Eadlyn dies nicht wahrhaben will. Dennoch merkt der Leser, dass sich trotz Eadlyns Widerstand gegen die Liebe doch etwas Ernstes zwischen ihr und Kile anbahnen könnte.

Wie immer bei einer Fortsetzung bleibt vieles offen und ungeklärt, was eine gewisse Neugier auf den nächsten Band weckt.

Johanna, 18 Jahre

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