Der Märchenerzähler

Antonia Michaelis

Einband von Kathrin Schüler

Oetinger, Februar 2011

448 Seiten, €  16,95

ab 12 Jahre

Ein wunderbares Buch, dessen tolle poetische Sprache sich durch das ganze Buch zieht. In bunten, glasklaren Metaphern und detailliert vor dem inneren Auge ablaufenden Bildern erzählt Antonia Michaelis, die für ihre unschlagbaren Bücher bekannt ist, eine bezaubernde Geschichte.

Die Geschichte  hat viele Elemente, sie ist Psychothriller, Liebesgeschichte und Sozialdrama zugleich. Zum einen ist da Anna, die in Abels Welt, die so anders ist als ihre, hineinrutscht. Sie lebt seit ihrer Geburt in dem „Haus mit der blauen Luft“, abgeschirmt von Gewalt und Armut wie durch eine Seifenblase. Er dagegen ist der schulbekannte Kurzwarenhändler, der im ärmsten Viertel der Stadt mit seiner Schwester in einer winzigen Wohnung lebt und dessen Mutter verschwunden ist. Trotzdem verliebt sich Anna in ihn, denn es gibt auch noch einen anderen Abel, den, der sich liebevoll um seine Schwester kümmert und ihr Geschichten erzählt, den Märchenerzähler. Diese Liebe hält sogar dann noch, als Abel Anna Grausames antut, was wieder auf seine soziale Schicht zurückzuführen ist. Die Parallelerzählung, das Märchen, gibt den realen Verlauf der Geschichte mit vielen fantastischen Elementen wieder. Jede fantastische Figur im Märchen ist in Wirklichkeit eine reale Person, beispielsweise das Rosenmädchen, das Anna darstellt, und die ihr anhaftenden Rosendornen, die die soziale Kluft, die zwischen Abel und Anna ist, verbildlicht. Das fand ich auch total faszinierend. Das Märchen betont zum einen noch einmal Michaelis´ Sprachkreativität, zum anderen zeigt es mit seiner Symbolik auch Möglichkeiten auf, wer der Mörder von Michas grausamem Vater und des Sozialhelfers sein könnte.

Diese Autorin hat schon viele wundervolle Bücher geschrieben, die soziale Umstände mit Liebe und Thriller verbinden, doch bei keinem ist ihr das alles so gut gelungen wie in der Märchenerzähler. Deshalb kann ich dieses Buch allen ab 14 wirklich empfehlen!

Isabel, 14 Jahre

 

Eine toll erzählte Geschichte, die viel verschiedenes enthält. Das Hauptthema ist die schwierige und doch innige Liebe zwischen Anna und Abel, die oft zu zerbrechen droht wegen ihren vollkommen verschiedenen Lebensumständen. Annas Familie hat viel Geld und sie lebt wohl behütet in einem großen Haus, während Abel mit seiner kleinen Schwester Micha, um die er sich alleine kümmert, da die Mutter abgehauen ist, in einem üblen Viertel wohnt und an der Schule allgemein dafür bekannt ist, dass er Drogen verkauft. Doch Anna lernt langsam den anderen Abel kennen, der Micha vor ihrem leiblichen Vater, der nichts Gutes im Schilde führt, beschützen will und ihr ein Märchen erzählt, das die Realität auf fantastische Art und Weise wiedergibt. Dieses Märchen besitzt eine wundervolle Sprache, die alle in ihren Bann zieht. Doch Anna hat auch Grund an Abel zu zweifeln, da einige Morde geschehen und Abel sich von jedem der Opfer bedroht fühlte. Der Autorin ist ein tolles Buch gelungen, das leider ein sehr tragisches Ende nimmt.

Lilli, 14 Jahre

 

 

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