Was vom Sommer übrig ist

Tamara Bach

Carlsen, März 2012

144 Seiten, € 12,90

ab 14 Jahre

 

 

 

Und dann wünsch ich mir, dass das nie wieder anders wird. Am liebsten soll die Zeit stehenbleiben, und wenn sie dann doch weitergeht, dann soll alles wieder gut sein, dann soll Tom leben und wach sein und auch wollen. Und Mama und Papa wieder zusammen und sich wieder mögen. Und dass es mich dann auch wieder gibt. Aber wünsch dir das mal, dazu fallen Sternschnuppen viel zu schnell. Kurz traurig geworden, weil das so ist, aber dann, schau doch mal, wie das aussieht, das reicht doch schon, oder? Das reicht doch schon. Und neben mir “Weißt du, wieviel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt”. Ich wünsch mir, dass ich mich an den Text erinnere, aber da fällt wohl grade keine Sternschnuppe, under fällt mir nicht ein. Sber manchmal reicht es doch auch, wenn neben mir jemand ist, dem auch noch der Rest einfällt, wenn da jemand ist, der weitersingt. (Auszug aus dem Buch)

Diese Lektüre lässt einen nicht los. Es ist ein lebhaft buntes Sommerbuch, das der Freiheit eines Roadmovies ähnelt. In der Geschichte geht es um  Louise, die sich erst fast nichts für die großen Ferien vorgenommen hat und nun keine freie Zeit mehr. Den ganzen Tag hat sie etwas zu tun, kommt ihren Verpflichtungen nach und tut anderen Leuten Gefallen. Während ihren Aufgaben begegnet sie der jüngeren Jana, die – im Gegenteil zu Louise so gut wie nichts zu tun hat und um die sich auch niemand kümmert. Sie probiert alles mögliche aus, während ihre Eltern sich nur um den im Koma liegenden Bruder sorgen. Louise dagegen merkt langsam, dass sie es nicht hinbekommt, es allen Recht zu machen und so starten die beiden in eine verrückte Autofahrt mit ihrer Fantasie.

Dieses Buch ist der Inbegriff von Freiheit. Es zeigt, dass man sein Leben nicht nur damit verbringen kann, anderen alle Wünsche zu erfüllen und den Pflichten nachzukommen, sondern einfach mal was zu tun, was nicht im Plan steht. Jana und Louise sind bei ihrer Autofahrt nicht weit weg von zuhause, doch weit genug um den Alltag hinter sich gelassen zu haben und die Freiheit zu spüren. Es ist vielleicht nicht das tiefgründigste Buch, doch das braucht es auch gar nicht, denn grade das ist der Sinn des Buchs: leichtes Leben. Doch wie schnell der Fall aus der Höhe gehen kann, wird klar, als Jana nach dem Roadtrip auf trauernde Eltern und den Sarg ihre Bruders stößt.

Eine Geschichte, die zum Nachdenken bringt-und aber auch mit ihrem Schwung zu einem Leben ohne Langeweile aufruft.

Isabel, 16 Jahre

Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen von Jugendlichen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.