Heute leider kein Foto für dich, Baby

Unbenannt-2

Carolin Philipps

Ueberreuter, Februar 2014

256 Seiten, € 12,95

ab 12 Jahre

 

 

 

Als Pia ihre beste Freundin Cleo zu einer Show von der Berliner Fashionweek begleitet, erwacht in ihr der alte Traum Model zu werden. Ihr Freund Leon ist jedoch gar nicht von Pias Idee begeistert, an einem Model-Wettbewerb teilzunehmen. Kurzentschlossen verkleidet er sich als Frau, nimmt ebenfalls teil und wird beim Wettbewerb schnell zur härtesten Konkurrentin für die Mädchen. Während Pia den harten Model-Alltag kennenlernt, kommt sie der eigentlichen Ursache für den Tod ihrer Mutter, die selbst früher ein Model war, immer näher.

Realitätsnah und ohne dabei etwas zu verschönern erzählt die Autorin aus der Sicht von Pia, wie hart das Model-Leben wirklich sein kann und das hier nicht immer alles luxuriös und supertoll ist. Dabei scheint Pia am Anfang gar nicht so der Typ Model zu sein, ist sie doch eine begeisterte Fußballerin und ihr größter Traum ist es, ein Mitglied in der Nationalmannschaft der Frauen zu sein. Doch ihr Besuch bei der Berliner Fashion Week weckt alte Erinnerungen an ihre Mutter, die selber ein erfolgreiches Model gewesen ist, bevor sie (wie Pia zunächst glaubt) bei einem Autounfall gestorben ist. Diese Erinnerungen ziehen sich wie ein Leitfaden durch das gesamte Buch und sind auch Pias Ansporn, an dem Wettbewerb teilzunehmen, da sie sich so der Mutter näher fühlt. Das unterscheidet Pia von vielen anderen Mädchen, die hauptsächlich Model werden, weil sie sich für Mode interessieren, was für Pia bisher allerdings ein Fremdgebiet ist.

Schockierend zu lesen war, wie das echte Leben als Model aussieht. Oft bekommen die Models keinen Job, weil sie entweder dem Idealbild des Designers nicht entsprechen oder weil ein Körperteil zu breit, flach, zu dünn oder dick ist. Zudem lernt Pia ganz schnell, dass der Schlankheitswahn ein großes Thema bei den Models ist und das einige sogar bereit sind, für ihren Traum sich zu Tode zu hungern. Es ist traurig zu lesen, dass sich Mädchen so etwas antun. Viel Schlimmer allerdings ist es, alles unter den Teppich zu kehren und zu tun, als wäre alles in Ordnung. Leider ist aber genau das, wie Pia leider selbst erfahren muss, bittere Realität, denn meistens werden solche Sachen vertuscht, da es ansonsten dem Geschäft schaden würde.

Ein kleines Augenzwinkern erhält das Buch aber dennoch durch zwei Sachen: Die erste Sache ist Pias eifersüchtiger Freund Leon, der aus früheren Erfahrungen befürchtet, dass Pia ihm, wenn sie Model werden will, untreu wird. Es war witzig zu lesen, wie geschickt sich Leon (der sich als Mädchen passenderweise Leonie nennt) beim Wettbewerb einschummelt, sehr zum Schrecken seiner Mutter, die zudem auch noch in der Jury sitzt. Der zweite Punkt ist der passende Titel, da er durch das häufige Auftauchen in Heidi Klum’s Modelshow „Germany’s next Topmodel“ perfekt zu einem Buch mit dem Thema Modelwelt passt.

Johanna, 17 Jahre

 

Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen von Jugendlichen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentare sind geschlossen.