Im dunklen Licht der Tage

Im dunklen Licht der Tage KLEIN

Lydia Syson

Aus dem Englischen von Astrid Scherff-Hübner

Oetinger, Juli 2014

320 Seiten, € 15,99

ab 14 Jahre

 

 

Im Jahr 1936 lernen sich Nat und die 17-jährige Felix auf einer Demonstration kennen. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, doch bleibt ihnen in ihrem Heimatland nur wenig Zeit. Nat gehört zu den Kommunisten und möchte als Freiwilliger nach Spanien reisen, um dort die Regierung im Kampf gegen Franco zu unterstützen. Kurzentschlossen reist Felix ihm nach um dort ebenfalls als freiwillige Krankenschwester ihre Hilfe anzubieten. Dabei ahnt Felix nicht, dass George, ein guter Freund ihres Bruders, ebenfalls verliebt in sie ist, ihr aus Sorge um sie nachgereist ist und in den Wirren des Spanischen Bürgerkrieges verzweifelt nach ihr sucht.

Wer eine historische Kulisse vermischt mit romantischer Liebesgeschichte mag, wird dieses Buch lieben. Da das Buch aus drei verschiedenen Sichten geschrieben ist, bekommt man auch drei verschiedene Perspektiven des spanischen Bürgerkrieges zu sehen. Da ist erst einmal der verliebte George, der von Beruf Journalist ist und, wo er schon einmal in Spanien ist, vom Krieg dort berichten möchte. Dabei begegnet ihm zum ersten Mal in seinem Leben echte Gefahr und Elend. Interessant ist, wie der Journalismus zu Zeiten des Krieges praktiziert wurde, was  aus Georges Sicht bestens erklärt wird. Aus Felix Sicht wird beschrieben, wie es in den „Krankenhäusern“ zu Zeiten des Spanischen Bürgerkriegs aussah, die meist nur aus notdürftigen Unterkünften bestanden, wie z.B. einer Höhle oder einem verlassenen Kloster. Außerdem lernt hier die behütet aufgewachsene junge Felix, wie sehr Krieg Menschen verändert und wozu sie dadurch fähig werden können. Dennoch bleibt sie trotz der Gefahren ein sehr starker, selbstbewusster Charakter, die dem Leser von der ersten Seite an sympathisch ist. Nat, der sich als Freiwilliger für den Kampf entschieden hat, zeigt, wie die militärische Seite des Krieges und das Leben als Soldat im Krieg ausgesehen hat. Selbstverständlich sind die Gedanken von Nat und Felix von sehnsüchtigen Gedanken zueinander durchzogen, jedoch wirken diese romantischen Stellen nicht kitschig oder aufgesetzt. Nur kann einem der arme George leidtun, der zunächst gar nicht ahnt, dass Felix aufgrund ihrer Verliebtheit nach Spanien gegangen ist. Dennoch verändert er sich auch aufgrund des Krieges von dem zunächst unsicheren, verliebten jungen Mann zu einem entschlosseneren und mutigeren. Wer eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Eckdaten des Spanischen Bürgerkrieges haben möchte, wird die historische kurze Chronologie am Ende des Buches hilfreich finden.

Johanna, 17 Jahre

 

Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen von Jugendlichen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.