LÚM – Zwei wie Licht und Dunkel

LUM - Zwei wie Licht und Dunkel von Eva Siegmund

Eva Siegmund

cbt, 29.09.2014

512 Seiten, € 16,99

ab 13 Jahre

 

 

 

In Meleikes Heimatstadt Adeva findet das große Mantai statt, ein Fest, an denen die 15-jährigen erwachsen werden und ihre Gabe erhalten, die ihnen ihre Aufgabe in der Gemeinschaft weisen soll. Doch unerklärlicherweise erhält Meleike ihre Gabe nicht. Erst als ein schreckliches Ereignis in ihrer Familie passiert, macht sich Meleikes besondere Fähigkeit bemerkbar. Durch die große Gabe als mächtigste Seherin von Adeva, die Meleike von nun an innehat, fällt eine große Verantwortung auf sie, da sie durch eine Vision erfährt, dass sie die einzige ist, die ihre Stadt vor einer drohenden Katastrophe retten kann. Als sie schließlich auf den rätselhaften Flynn trifft, der seltsamerweise genau das gleiche außergewöhnliche Zeichen an seiner Hand trägt wie sie, wird ihr klar, dass nur sie mit Flynn gemeinsam ihre Heimat retten kann.

Mit „Lúm-Zwei wie Licht und Dunkel“ erschafft Eva Siegmund eine völlig neue futuristische Welt. Bei den meisten Science-Fiction Welten wussten die beiden unterschiedlichen Völker, von denen meist das eine das andere unterdrückte, voneinander Bescheid. In diesem Buch ist es aber so, dass Meleike und ihr Volk keine Ahnung von der Lichterstadt Lúm haben, genauso wenig, wie die meisten in Lúm von ihnen wissen. Das war es auch, was mir an diesem Buch so gut gefallen hat, da es mal eine andere Seite von einer zukünftigen Welt präsentiert. Allerdings gibt es wie bei allen Welten große Unterschiede zwischen den zwei Städten Lúm und Adeva. Während Lúm eindeutig den Reichtum und Überfluss darstellt, stellt die Trümmerstadt Adeva Armut und Elend dar, in dem die Menschen leben. Jedoch sind die Menschen in Adeva zufrieden mit dem Leben, das sie führen, da sie kein anderes kennen. Das ganze Geschehen spielt viele Jahre nach dem dritten Weltkrieg, nachdem von den „Überlebenden“ entschieden wurde, dass die Wissenschaft der Grundbaustein ihrer Gemeinschaft ist und es keine Staatsgrenzen geben soll. Somit taucht gleich zu Beginn die Frage auf, warum die Menschen in zwei Lager gespalten sind, die einen auf der Seite der Stadt Lúm, die anderen in Adeva. Doch das bleibt nicht das einzige Rätsel, das während der Handlung auftaucht und somit ziehen sich immer mehr Fragen, die während der Geschichte auftauchen wie ein roter Faden durch die Handlung. Meleike ist ganz eindeutig eine der mutigsten und stärksten Figuren in dieser Science-Fiction Geschichte. Sie hat zwar Momente, in denen sie an sich zweifelt, aber in den meisten Situationen ist sie mutig und kann ihre Meinung durchsetzen. In ihren schwachen Momenten ist Flynn immer derjenige, der sie aufbaut und wieder aufmuntert. Die Beziehung der beiden könnte man wie ein perfektes Ying-und-Yang-Zusammenspiel bezeichnen. Nicht nur, dass sie sich durch ihre Gaben wunderbar ergänzen, sie helfen und ermuntern sich auch gegenseitig, wenn der eine die Hoffnung verliert. Da das Buch nicht nur aus der Sicht von Flynn und Meleike, sondern auch noch von anderen Charakteren erzählt wird, erhält man immer eine neue Sichtweise auf das Geschehen und erfährt dadurch, was die anderen Figuren während der Geschichte denken und fühlen. Dies macht die Nebencharaktere für den Leser greifbarer, sodass sie neben Flynn und Meleike nicht ins Nebensächliche verblassen und man als Leser Beziehungen zu ihnen entwickelt.

Für mich war es sehr unterhaltsam dieses Buch zu lesen, da es das Beste einer Science-Fiction-Geschichte gelungen verpackt enthält: zwei unterschiedliche Welten und mutige Hauptcharaktere, Spannung und eine Liebesgeschichte.

Johanna, 17 Jahre

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