Die Buchspringer

Buchspringer Klein

Mechthild Gläser

Loewe, Februar 2015

384 Seiten, € 17,95

ab 12 Jahren

 

 

 

Wer hat schon nicht einmal davon geträumt, wirklich in die Geschichten, die man liest, einzutauchen und mit den Charakteren reden zu können? Amy besitzt diese Fähigkeit, denn sie ist eine Buchspringerin. Doch kaum hat sie ihre Gabe entdeckt, passieren merkwürdige Vorfälle in der Buchwelt. Schätze werden aus „Tausendundeine Nacht“ gestohlen, Alice aus „Alice im Wunderland“ findet nicht rechtzeitig das sprechende Kaninchen, um ins Wunderland zu gelangen und Elizabeth Bennet verpasst dank eines verletzten Fußes den Ball und ihren Tanz mit Mr. Darcy. Gemeinsam mit Will, der ebenfalls ein Buchspringer ist und in den sie sich verliebt sowie den Buchfiguren Werther und Schir Khan versucht Amy herauszufinden, wer hinter den mysteriösen Vorfällen in der Buchwelt steckt.

Dieses Buch ist vielfältig, spannend und hat einen ganz eigenen Charme.  Neben der zarten Romanze zwischen Will und Amy gibt es ein mysteriöses Rätsel zu lösen, dessen Auflösung einem Kriminalfall ähnelt. Ich glaube jeder, der gerne Bücher liebt, würde ebenso gerne Amy begleiten, um auch einmal den Charakteren, die bis dahin nur im Kopf erscheinen, wirklich und leibhaftig gegenüber zu stehen. Amy begegnet in der Buchwelt vielen bekannten Literatur-Figuren, darunter Shir Khan, der Tiger aus dem „Dschungelbuch“, den leidenden jungen Werther und viele mehr.

Dabei fand ich wirklich sehr gelungen von der Autorin, die Buchfiguren in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. So ist Shir Khan nicht der blutrünstige Tiger, der nach dem armen Mowgli trachtet, sondern eigentlich ein ganz Sanfter, der Amy auch oft mit Rat und Tat zur Seite steht. Die dominierende Literaturfigur in dieser Geschichte ist jedoch Werther, der einen ganz eigenen Charme besitzt. Dabei hat die Autorin es geschafft, ihn in ihrer Geschichte nicht allzu wehleidig darzustellen. Clever gelöst fand ich auch, wie Amy es schafft, von einer literarischen Welt in die andere zu gelangen, ohne dass der rote Faden bei ihrer bunten Reise durch die Geschichten verloren geht.

Ein spannender, fantasievoller und unterhaltsamer Schmöker mit vielen Wiedererkennungsmerkmalen aus anderen Geschichten der Literatur mit Charme und Witz verknüpft. Toll!

Johanna, 18 Jahre

 

 

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