Das Fieber

Das Fieber KLEIN

Makiia Lucier

Aus dem Englischen von Katharina Diestelmeier

Königskinder, Mai 2015

368 Seiten, € 17,99

ab 14 Jahren

 

 

 

1918 bricht die Spanische Grippe aus und hält Europa und große Teile der USA im Griff. Doch für Cleo ist sie weit weg. Vielmehr beschäftigt sie sich mit der Frage, was nach der Schule aus ihr werden soll. Als die Spanische Grippe auch ihre Heimatstadt erreicht, meldet sie sich beim Roten Kreuz als Freiwillige und beginnt, unterstützt von ihren neuen Freunden Hannah, Kate und Edmund, den Kampf gegen die Krankheit.

Am Anfang der Geschichte ist Cleo ein ganz normales Mädchen, dessen größte Sorge es ist, herauszufinden, was sie nach der Schule machen will. Obwohl sie schon von den Schrecken der Spanischen Grippe gehört hat, beruhigt sie sich (so, wie viele andere auch) mit dem Gedanken, dass die Krankheit viel zu weit weg ist, um ihre Heimatstadt Portland zu erreichen. Doch auch hier macht die Spanische Grippe keinen Halt. Als das Rote Kreuz Freiwillige sucht, ist für den Leser nur andeutungsweise klar, warum sich Cleo meldet. Dies wird aber im Verlaufe der Geschichte immer deutlicher und man kann Cleo für ihren Einsatz und für ihren Mut nur bewundern.

Das Leid und das Elend, das die Krankheit über Portland bringt, sind in jeder Zeile zu spüren. Zum Glück gibt es auch positive Momente in der Geschichte, wie z.B. die zarte Liebesgeschichte, die zwischen Cleo und Edmund entspinnt, aber mehr im Hintergrund bleibt, was der Handlung keinesfalls schadet. Obwohl sich damals einige für den Freiwilligendienst gemeldet haben, zeigt sich, dass viele Freiwillige irgendwann das Leid nicht mehr ertragen konnten und ihren Dienst niederlegten. Auch Cleo hat einige Momente, in denen sie kurz davor ist aufzugeben, was zeigt, dass selbst der mutigste Mensch auch manchmal schwache Momente hat. Aber gerade das macht Cleo, neben ihrer Bodenständigkeit, so sympathisch und authentisch – und nachvollziehbar. Dennoch macht sie weiter, denn, wie schon Hannah im Buch sagt: „Wer, wenn nicht ich?“ Denn eins wird während der Geschichte klar: Jeder kann in irgendeiner Form auf seine eigene Weise helfen.

Insgesamt eine realitätsnahe, tolle Geschichte über ein mutiges Mädchen, das in den Zeiten der Spanischen Grippe ihren Mut findet und beweist, dass jeder ein Held sein kann, wenn er anderen hilft.

Johanna, 18 Jahre

 

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