Unter dem Himmel Australiens

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Corina Bomann

Ueberreuter, Februar 2015

320 Seiten, € 12,95

ab 12 Jahren

 

 

 

Lucy und Anne sind Waisenkinder im 19. Jahrhundert in England. Als sich für Lucy eine Gelegenheit bietet, um im Australien ein neues Leben zu beginnen, schnappt sie sich ihre Freundin Anne und gemeinsam fahren sie mit einem Dampfschiff zum „roten Kontinent“. Doch kurz nach der Ankunft stirbt Anne und lässt Lucy allein zurück. Als sie sich in den Farmerssohn Henry verliebt und auf seiner Farm leben darf, scheint sie zum ersten Mal wieder glücklich zu sein. Aber die Männer unter der Führung von Harrison, einem reichen Großgrundbesitzer, setzen alles daran um Unruhe zu stiften. Bald findet Lucy sich in einem Kampf zwischen Harrisons Männer, den Bewohnern von Perth und den Aborigines wieder.

Um das 19. Jahrhundert herum sind viele Auswanderer nach Australien gekommen, mit der Hoffnung auf ein neues und besseres Leben. Lucys Geschichte ist ein Beispiel, wie es sich damals abgespielt haben könnte. So müssen sie und ihre Freundin Anne erst einmal die  sechs wochenlange Reise auf dem großen Dampfschiff überstehen, wo vor allem Anne aufgrund der Seekrankheit an ihre Grenzen stößt. Zum Glück gibt es da noch die nette Mrs. Kavanagh, die auch mit ihren Kindern nach Australien möchte, da dort ihr Mann jetzt lebt und die während der Fahrt ein Auge auf Lucy und Anne wirft.

In Australien angekommen merken die beiden Mädchen sehr rasch, wie viele Leute es dorthin zieht, bekommen aber glücklicherweise beide einen Job in einer christlichen Mission, wo sie auch bald dem Doktor helfend zur Seite stehen dürfen. Hier trifft Lucy zum ersten Mal auf ihre große Liebe Henry, nachdem sie seinen angeschossenen Vater gepflegt hat. Doch die zarte Liebe bleibt zunächst als solche, da Lucys Arbeit sie sehr in Anspruch nimmt und Henrys Vater schnell gesund wird. Zudem überschattet ein schwerer Schicksalsschlag Lucys Leben, als Anne an Typhus erkrankt und daran stirbt. An diesem Beispiel zeigt die Autorin, dass die Suche nach einem besseren Leben damals auch oft mit dem Tod endete, da die mangelhaften hygienischen Umstände nicht selten zu tödlichen Krankheiten führten.

Durch Annes Tod ist Lucys Leben völlig aus dem Gleichgewicht geraten und sie hat nun keine Ahnung, was aus ihr werden soll, ohne die Freundin an ihrer Seite.  Zudem sind ein weiterer belastender Punkt Harrisons Männer, die in der Stadt nur für Unruhe sorgen und die Aborigines wie Tiere behandeln. Das bekommt auch Lucy zu spüren, da sie oft auf sie trifft und sogar einmal eine Aborigine vor den Misshandlungen der Männer rettet. Als ihr von Henrys Vater angeboten wird, auf seiner Farm zu arbeiten, scheint zum ersten Mal seit langem wieder das Glück in Lucys Leben zu treten, was natürlich auch mit dem Voranschreiten in der Beziehung zu Henry zu tun hat.

In einer Geschichte über Australien darf selbstverständlich auch nicht das Thema Aborigines fehlen, das die Autorin auch in diesem Buch anspricht. Lucy lernt die Gewohnheiten und die Traditionen der Aborigines kennen, entwickelt für sie Verständnis und freundet sich auch mit ihnen an. Somit ist es kaum verwunderlich, dass sie, als ihre Freunde von Harrisons Männern entführt werden, alles daransetzt um sie zu retten.

Insgesamt eine schöne, leichte und unterhaltsame Liebesgeschichte, die in die Welt Australiens entführt und mit Lucy beispielhaft zeigt, wie eine junge Frau auf dem „roten Kontinent“ ein neues Zuhause findet.

Johanna, 18 Jahre

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