Marias letzter Tag

Marias letzter Tag von Alexandra Kui

Alexandra Kui

cbt, Februar 2015

288 Seiten, € 14,99

ab 14 Jahren

 

 

 

Lou und ihre Familie sind Schwarzmaler. Ständig haben sie Angst vor irgendetwas. Besondere Angst hat Lou vor dem Sterben. Als ihre beste Freundin Maria von einem Zug erfasst wird und ins Koma fällt, erfährt Lou, dass ihre Freundin Angst vor Krebs hat. Daraufhin ruft sie den „Sommer ohne Angst“ aus und startet den Youtube-Channel „Marias letzter Tag“. Dieser zieht immer weitere Kreise, bis Lou keine Kontrolle mehr über die von ihrem Videochannel inspirierten Taten hat.

Mit ihrem manchmal metaphorischen, dennoch klar verständlichen Schreibstil beschreibt Alexandra Kui die Geschichte von Lou, die lernt ihre eigene Angst zu überwinden und den Wert von Angst zu verstehen. Dass Lou und ihre Familie aus lauter Schwarzmalern bestehen merkt man unter anderem daran, dass sie ihr Haus nach dem Unglücks-Schiff „Titanic“ benannt haben und auch sonst stets Ausschau nach möglichen Gefährdungen halten (wie z.B. beim Durchlesen der Zeitung). Lous Freundin Maria jedoch  scheint vor nichts Angst zu haben und ist mit ihrer lebensbejahenden Art das perfekte Gegenstück zu Lou. Doch als sie von einem Zug erfasst wird und alle von einem möglichen Selbstmord sprechen, bekommt Lous Bild von ihrer furchtlosen Freundin Risse; vor allen Dingen als sie erfährt, dass Marias Mutter Krebs hatte und Maria ihr dies nicht erzählt hat.

Dies ist der Punkt, an dem die Geschichte erst so richtig ins Rollen kommt. Lou startet den Youtube-Channel „Marias letzter Tag“, wo sie alle dazu aufruft, die persönliche Angst vor etwas zu besiegen. Auch sie beginnt dies mit waghalsigen Aktionen (wie z.B. Trampen) und postet ihre Videos in ihrem Youtube-Channel. Dadurch wird sie mutiger, waghalsiger, beliebter und gewinnt neue Freunde dazu. Die Verliebtheit, die sie für ihren isländischen Klassenkameraden Ingi empfindet, wird während der Geschichte auch thematisiert und entwickelt sich, bleibt aber für die Geschichte eher zweitrangig, was nicht von Nachteil ist. Problematisch wird es für Lou, als die Aktionen, die auf ihrem Youtube-Channel gepostet werden immer krasser werden und die Grundidee immer mehr in den Hintergrund rückt. Hier zeigt die Autorin realitätsnah, wie schnell eine an sich gute Idee im Internet umschlagen kann und wie wenig Kontrolle man darüber hat. Aber auch die Hintergründe von Angst hat die Autorin mit dieser Geschichte überzeugend beschrieben.

Das Cover ist mit dem grünen Youtube-Video-Startzeichen ein schönes und für die Geschichte passendes Motiv.

Johanna, 18 Jahre

Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen von Jugendlichen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.