Arkadien brennt

Kai Meyer

“Arkadien brennt”

Carlsen, Oktober 2010

416 Seiten, € 19,90

“All Age”

„Wie alt bist du? “, wollte Michele Carnevare wissen. „Achtzehn.“ „Du siehst jünger aus.“ „Das sagen viele.“

„Ich wette, sie haben am Eingang einen Ausweis verlangt.“ Nun schien er fast ein wenig niedergeschlagen. Aber die Grübchen blieben. „Wenn nicht, dann müsste ich die Kerle feuern.“ Ihr wurde siedend heiß. „Oh“, sagte sie leise. „Mach dir nichts draus. Du wusstest ja nicht, wem der Laden gehört.“ „Die haben meinen Namen gelesen.“ „Sie haben ihn wiedererkannt. Und sie haben ihre Anweisungen. Manche Namen sorgen hier bei uns für Unruhe. Obama. Bin Laden.“ Er zuckte die Achseln. „Alcantara.“

 

Wieder einmal hat Kai Meyer es –nun schon nach fast fünfzig Büchern – geschafft, den Leser mit seinem unglaublichen Erzähltalent zu fesseln, die Spannung zu wecken und sich vom Strom der Geschichte mitreißen zu lassen.

Das gelingt auch wegen seiner Themenvielfalt: Mafia, Liebe zwischen einem Carnevare und einer Alcantara, die noch dazu capo ihres Clans sind, die arkadischen Dynastien, die Vergewaltigung Rosas, TABULA- sie alle sind einzelne Elemente der Geschichte und fließen doch zusammen. Durch diese Themen ist die Geschichte sehr interessant, was noch durch die schöne Sprache gesteigert wird. Außerdem schafft es Kai Meyer immer wieder, in seinen kreativen und auch nicht einfach aufgebauten Geschichten, Atmosphären aufzubauen: Hier ist es die Mafia –Atmosphäre, diese Verbrecher, die aber trotzdem niemand in ihre Schranken weisen kann, über unendlich viel Geld und Mittel verfügen und einfach dafür sorgen, dass es in solchen Büchern immer Action gibt.

In seiner Wellenläufertrilogie waren es die Piraten, bei der Fließenden Königin Venedig, und manchmal ist es bei ihm auch einfach nur die abstrakteste Fantasie, die mir dann oft aber zu absurd ist. Immer sucht sich Kai Meyer Schauplätze mit mysteriösen verbotenen Hintergründen aus, die nicht selten in Italien spielen. Auch die spritzigen Dialoge mit Rosas ganz eigenem Humor fand ich – wie in Teil 1- auch ganz wunderbar. Was mir noch gefallen hat, ist dass die Fortsetzung nicht mehr so anfänglich und erklärend wie der 1. Teil – dennoch gehen Band 1 und 2 nahtlos ineinander über. Man kann also schon sagen, dass Kai Meyer einer der besten Schriftsteller Deutschlands ist, und ich finde, diese Bücher sind unter seinen besten Werken!

Isabel, 14 Jahre

Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen von Jugendlichen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.