Für niemand

Tobias Elsäßer

Sauerländer, März 2011

154 Seiten, € 12,95

ab 14 Jahre

In ” Für niemand” geht es um die Jugendlichen Marie, Nidal und Sammy (Samira), die sich in einem geschützten Chat kennenlernen und beschließen gemeinsam Selbstmord zu begehen. Sie kommen aus verschiedenen Verhältnissen und am Anfang weiß man nichts über die Gründe. Allerdings gibt es noch Yoshua, der ein Computerprogramm entwickelt hat, mit dem er solche geschützten Chats knacken und mitlesen kann. So gerät er zu den drei und bekommt von ihren Plänen mit. Er ist fest entschlossen, sobald sie einen Ort und eine Zeit festgelegt haben, die Polizei zu alamieren.

Ich fand das Buch sehr gut. Die Geschichte wird nicht nur aus der Sicht dieser vier Personen geschildert, sondern auch z.B. von der des S-Bahnführers oder des Mädchens am Telefon. Der Schreibstil verdeutlicht einem die Situation der Hauptprotagonisten und man kann zum Teil auch mitfühlen. Am besten hat mir gefallen, dass auch die Nebencharaktere nicht flach wirken. Auch bei denen, die nur ca. zwei Seiten vorkommen hat man das Gefühl, dass sie auch ein eigenes Leben haben. Ich würde das Buch ab 13 empfehlen.

Mona, 13 Jahre

 

Für niemand ist ein sehr außergewöhnliches Buch, das wunderbar zu lesen war. Obwohl das Gewöhnen an den etwas eigenen Schreibstil und an das anfangs als deprimierend erscheinende Thema schwer ist, hat mir die die Geschichte sehr gut gefallen. Diese Lektüre ist abwechslungsreich, anspruchsvoll und super geschrieben – trotzdem kann sie nicht jeder lesen und gut finden, denn das Thema, über das hier schonungslos gesprochen wird, ist nicht für jedermann etwas und manche könnten die kurzen Sätze stören, was bei mir anfangs der Fall war. Ich habe noch einmal angefangen – und es an einem Tag fertiggelesen. Dieses Buch ist nichts für zehn Minuten zwischendurch – man muss es aufmerksam und mit Bedacht lesen, denn hinter jedem Wort steckt ein Detail zu derjenigen Person, eine Ansicht, ein Plan, eine Lebensweise. Nur so kommen die Absichten und Gründe der drei, um die es in diesem Buch geht, ans Tageslicht. Vielleicht hat man eine Ahnung was die Gründe für ihren Selbstmorddrang sind, doch erst kurz vor Schluss erfährt man die Wahrheit. Sehr treffend, um dies gut zu schildern, hat der Autor hier das Buch in vier Personen eingeteilt, von denen abwechselnd erzählt wird: die drei Suizidgefährdeten Sammy, Nihal und Marie, sowie Joshua, der ihren Chat beobachtet. Der Chat – auch ein Stück der Geschichte, das Abwechslung schafft und gleichzeitig auch sehr kreativ angelegt ist, schon allein, weil die drei, die in diesem Chat sind, vom Gründer erfundene Namen bekommen, über deren Bezug zur Person man spekulieren kann: Sailor, Train und Whisper. Außerdem ist er, obwohl er eigentlich zum Selbstmordpläne schmieden gedacht ist, eine Hilfe für die drei, von ihrem Ziel abzukommen, da sie im Chat sind, wie sie sind, und sich nicht verstellen müssen. Dort knüpfen sie echte Freundschaften, die nicht auf Lügen basieren, sind dadurch auch nicht mehr so sehr belastet und daher zur gesellschaftlichen Umwelt auch anders. Faszinierend war, dass sich die Personen, die miteinander gechattet haben, oder Joshua, auch so begegnet sind, ohne dass sie es wussten. Marie beispielsweise denkt nicht sehr positiv über Nihal, als sie ihn in der Disko sieht. Bis zum letzten Kapitel ist alles so perfekt formuliert, erzählt – doch dann kommt ein sehr unerwarteter Schluss, der meine Meinung über das Buch drastisch verändert hat, da er nicht zu dem vorher Erzählten passt und keinen Sinn ergibt.

Alles in allem ein wundervolles Buch für alle ab 13/14 Jahren- doch den Schluss hätte man getrost weglassen können.

Isabel, 14 Jahre

 

Drei Jugendliche, drei Schicksale. Sie stellen sich die gleiche Frage:

Was bereust du?

Was siehst du bei Nacht?

Was suchst du?

Nur eines verbindet sie: die Suche nach dem Ausweg.

Ein richtig gutes Buch, bis zum Schluss spannend, weil offen bleibt, wer der Jugendlichen zu welchem Nickname im Chat gehört, wer sich umbringen kann. Auch weil die einzelnen Schicksale, die Gründe für den Selbstmord erst nach und nach erzählt werden, hat mich das Buch bis zum Schluss nicht losgelassen, ich hab es an einem Stück gelesen und war fast traurig als es zuende war. Die einzelnen Charakere sind super beschrieben, total komplex, vielschichtig und mit komplett verschiedenen Leben und Geschichten. Man kann unglaublich gut verstehen wie sie fühlen, denken, handeln und was ihre Motive für den Selbstmord sind. Das hat mich am meisten überrascht, das ich ihre Gründe für den Selbstmord wirklich nachvollziehen kann. Das Cover finde ich zwar ansprechend, aber nicht sehr passend, den Titel finde ich richtig gut. Ein wirklich sehr zu empfehlendes Buch. Gut gefallen hat mir auch, das ich nach dem Ende irgendwie ein gutes Gefühl hatte, obwohl sich manche ja tatsächlich umgebracht haben, aber das jede Figur eine sinnvolle und für die jeweilige Lebenslage passende Entscheidung getroffen hat.

Johanna, 16 Jahre

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen von Jugendlichen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.