Die andere Anna

Die andere Anna KLEIN

Rachel van Kooij

Jungbrunnen, Wien, Februar 2014

192 Seiten, € 16,95

ab 13 Jahre

 

 

 

Anna wächst bei einer liebevollen Pflegefamilie auf, nachdem sie als Kleinkind von ihrer Mutter weggenommen wurde. Doch als ihre Pflegeschwester Tamara beginnt, Nachforschungen darüber anzustellen, warum sie damals ihrer Mutter weggenommen wurde, beginnt auch Anna sich Gedanken zu machen. Nach und nach beginnt sie nach ihrer Vergangenheit zu forschen und findet so die Geschichte ihrer Mutter Petra heraus. Einer Frau, die trotz ihrem langen Kampf ihr Kind nicht zurück bekam.

Das Schockierende an diesem Buchthema ist, das es den Fall “Anna” leider nicht nur einmal gibt. Laut der Autorin gibt es eine beträchtliche Prozentzahl von Kindesabnahmen, bei denen sich die Maßnahme im Nachhinein als überzogen oder falsch herausstellt. Dies ist auch bei Anna der Fall. Obwohl Petra noch sehr jung ist, kümmert sie sich eigentlich ausgezeichnet um ihre Tochter. Doch das Jungendamt scheint das ganz anders zu sehen und nimmt ihr Anna, wegen fehlenden Impfungen im Impfpass und weil sie das Kind angeblich vernachlässigt haben soll, weg. So wächst Anna bei einer Pflegefamilie auf und hat zunächst keine großes Interesse daran herauszufinden, warum sie bei ihr und nicht bei ihrer leiblichen Mutter aufwachsen konnte. Das liegt vor allem daran, dass ihr seit frühester Kindheit von ihrer Pflegemutter eingebläut worden ist, dass ihre Mutter einfach nicht fähig dazu war, sie zu lieben und sich um sie zu kümmern. So reagiert sie verständlicherweise verständnislos, als sie hinter die Machenschaften ihrer 18-jährigen Schwester Tamara kommt, die etwas über ihre richtige Mutter herausfinden will. Nur sehr zögerlich und mit sehr viel Angst versucht auch sie nun herauszufinden, was vor so langer Zeit bei ihr passiert ist. Es ist geradezu schon unglaublich, mit welchen Mitteln die für sie zuständige Sozialarbeiterin und ihre Mutter versucht haben, dass sie in ihrer Pflegefamilie bleibt, beide jedoch aus verschiedenen Gründen. Ziemlich viel Mitleid erntet in dieser Geschichte Annas leibliche Mutter Petra, die verzweifelt und sogar mit richterlicher Hilfe versucht Anna zurück zu bekommen und es trotz aller Anstrengungen nicht schafft.

Dieses Buch lässt einen ziemlich nachdenklich zurück, angesichts der Tatsache, dass so etwas überhaupt passieren kann: Die Trennung eines Kindes von seiner Mutter ohne erkennbaren triftigen Grund.

Johanna, 16 Jahre

Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen von Jugendlichen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.