Mein Ein und Alles

Mein Ein KLEIN

Beth Kephart

Aus dem Englischen von Cornelia Stoll

dtv Reihe Hanser, Juni 2014

260 Seiten, € 10,99

ab 14 Jahre

 

 

Die junge Emmy Rane hat ihr erstes Kind bekommen. Doch als sie einen Augenblick nicht aufpasst, wird ihr Baby gestohlen. Alles was ihr von ihrem Baby bleibt, ist eine gelbe Socke. Völlig verzweifelt macht sie sich auf der Suche nach ihrem Baby, doch sie kommt nicht weit. Nach einem Nervenzusammenbruch kommt sie in eine psychiatrische Klinik.    Das Baby Sophie zieht mit der nicht leiblichen Mutter von Ort zu Ort, aus Furcht vor dem Bösen. Aber dann lernt sie Joey und seine beiden Tanten Miss Cloris und Miss Helen kennen und will unbedingt verhindern, dass ihre Mutter von dieser Bekanntschaft erfährt und wieder umziehen will. Als sie eines Tages aus Neugier die verbotenen Kisten ihrer Mutter öffnet, stößt sie auf ein unfassbares Geheimnis.

Ein sehr trauriges Buch, das dennoch voller Hoffnung steckt. Da das Buch jeweils aus der Sicht von Emmy und ihrer Tochter Sophie geschrieben ist, erfährt man, wie die Geschichte von der jeweils anderen verläuft. Dabei verspürt man als Leser immer so viel Mitleid für Emmy, der ihr Kind gestohlen wurde und die von niemandem richtige Unterstützung bekommt. Die Autorin beschreibt Emmys Situation sehr emotional, so dass man keine andere Wahl hat, als mit der leidenden Mutter mitzufühlen. Sophie lebt mit ihrer Mutter ein sehr abgeschiedenes Leben und hatte keine anderen Kontakte als den zu ihrer Mutter, die jedoch die meiste Zeit arbeitet und ihr auch sonst sehr wenig Mutterliebe entgegenbringt. So ist es auch kein Wunder, dass Sophie davon träumt, mehr von der Welt zu sehen, was ihr auch erfüllt wird, als sie Joey und damit ihre erste Liebe kennenlernt. Miss Helen und Miss Cloris, Joeys Tanten, schaffen es mit ihrer Freundlichkeit die traurige und meist drückende Gefühlswelt, in der man sich die meiste Zeit befindet, aufzulockern. Sophie jedoch steckt, als sie auf Joey trifft, in einer Zwickmühle, da ihre Mutter es nicht gerne sieht, wenn sie mit Anderen Kontakt hat. Doch gleichzeitig wächst sie wegen ihrer verbotenen Freundschaft zu Joey und seiner Familie über sich hinaus, was auch zu dem verbotenen Öffnen der Kisten führt. Auch wenn das Ende schon leicht vorhersehbar ist, hat mir das Buch gefallen, da es sehr emotional geschrieben wurde und die Geschichte von einer Mutter auf der Suche nach ihrem Kind und einer Tochter, die durch Freundschaft mutiger und selbstbewusster wird, bewegend zu lesen war.

Johanna, 17 Jahre

Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen von Jugendlichen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.