Der Klang der Hoffnung – Die Geschichte einer unmöglichen Liebe

Der Klang der Hoffnung von Suzy Zail

Suzy Zail

Aus dem Englischen von Petra Koob-Pawis

cbj, Januar 2015

288 Seiten, € 16,99

ab 12 Jahren

 

 

Die 15-jährige Hanna ist eine begabte Pianistin und hat ein Stipendium für das Budapester Musikkonservatorium in der Tasche. Doch all dies wird bedeutungslos, als die Nazis sie und ihre Familie in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau transportieren. Mit der Lüge 16 Jahre alt zu sein ist es ihr erlaubt, bei ihrer Mutter und ihrer Schwester zu bleiben, doch von ihrem Vater wird sie getrennt. Mit dem Versprechen, wohlbehalten wieder nach Hause zurückzukehren, kämpft sich Hanna durch den schrecklichen und gnadenlosen Alltag des Konzentrationslagers. Als der Kommandant eines Tages eine Pianistin sucht, wird sie auserwählt, jeden Tag bei ihm aufzuspielen. Dabei lernt sie auch Karl, den Sohn des Kommandanten, kennen. Obwohl sie ihn anfangs wie alle Nazis hasst, erfährt sie nach und nach, dass Karl nicht die Meinungen seines Vaters teilt und beginnt sich in ihn zu verlieben – eine Liebe die in den Zeiten des Nationalsozialismus unmöglich ist.

Die Autorin Suzy Zail hat bereits einige Bücher für Erwachsene geschrieben, darunter auch eines, das das Schicksal ihres Vaters behandelt, der den Holocaust in Auschwitz überlebte. Mit Hannas Geschichte in „Der Klang der Hoffnung“ hat sie ihren ersten Roman für junge Erwachsene geschrieben. Sobald man in die Geschichte eintaucht, hat man das Gefühl, selbst am Ort des Geschehens zu sein. Man erlebt durch Hannas Augen das Grauen und die Unbarmherzigkeit, die den Juden durch die Nazis entgegen gebracht wurde.

Obwohl Hanna am Anfang eine eher zurückhaltende Person ist, wird sie durch die Schrecken und den Horror des Alltags im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zwangsweise erwachsen. Im Gegensatz dazu steht ihre große Schwester Erika, die am Anfang die rebellische der beiden ist und es sogar wagt, ihre Kamera mitzunehmen, um Aufnahmen vom Geschehen zu machen, obwohl dies strengstens verboten ist. Zudem ist sie auch diejenige, die Hanna anfangs Mut macht. Jedoch geht der gnadenlose Alltag im Konzentrationslager auch an ihr nicht spurlos vorbei und nach einiger Zeit ist es Hanna, die sich um sie kümmert und ihr Mut zuspricht.

Hanna muss während der Zeit lernen, dass sie still sein und keinen Widerstand leisten darf, wenn sie überleben will. Währen dieser Zeit wird die Musik ihre Stütze, die es ihr auch später ermöglicht, im Haus des Kommandanten Jäger zu spielen. Der Kontrast, der zwischen der ordentlichen und reichen Welt der Nazis und der der gnadenlosen Welt des Konzentrationslagers liegt, könnte gegensätzlicher nicht sein. Obwohl Hanna durch das Spielen beim Kommandanten die Möglichkeit bekommt, Essen einzuheimsen, das sie mit ihrer Schwester teilt, muss sie immer damit rechnen, beim kleinsten Fehler getötet zu werden. Somit ist es auch kein Wunder, dass sie von Anfang an Karl hasst, da dieser als Sohn des Kommandanten immer genug zu essen hat und nie leiden muss. Jedoch merkt  Hanna bald, dass Karl die Ansichten seines Vaters nicht teilt und entdeckt überraschende neue Seiten an ihm, die man von einem Sohn eines Nazi-Kommandanten so nicht erwarten würde. Als Hanna beginnt, immer tiefere Gefühle für ihn zu entwickeln, steckt sie in einem tiefen inneren Zwiespalt, da Karl der Sohn des Feindes ist. Man fragt sich die ganze Zeit, wie es wohl mit Hanna und Karl weiter geht und ob die beiden am Schluss zusammenkommen oder ob die Unterschiede sie doch letztendlich trennen werden.

Mit „Der Klang der Hoffnung“ hat Suzy Zail eine großartige Geschichte über eine junge Frau geschrieben, die es mit der Kraft der Musik schafft, dem Schrecken des Holocaust zu entkommen. Gleichzeitig ist es eine klare Botschaft an unsere Generation, dass so ein Grauen nicht vergessen wird und nie wieder vorkommt.

Johanna, 17 Jahre

 

 

 

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