Entschuldigen ist nicht mein Ding

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Martin Gülich

Thienemann, Februar 2015

192 Seiten, € 12,99

ab 13 Jahren

 

 

 

Sebastian, genannt Seb, muss zu seinem Ärger seine Mutter auf eine Ostseeinsel begleiten, wo sie aufgrund ihres Asthmas eine Kur machen soll. Vom ersten Moment an hasst er die Insel und ihm ist furchtbar langweilig. Bis er auf Kim trifft, die so ganz anders ist als alle anderen Mädchen, die er bisher gekannt hat. Doch bald merkt Seb, dass das anders sein von Kim seinen Preis hat…

Wer schon einmal gezwungen wurde, mit seinen Eltern irgendwohin in Urlaub zu fahren, wo man sich furchtbar langweilt, wird sich gut in Seb hineinversetzen können. Seb ist ein ganz normaler Junge, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, in den Ferien seine Kuss-Quote zu erhöhen, um seine Freunde (die natürlich alle an viel cooleren Orten als einer Ostseeinsel Urlaub machen) zu übertrumpfen. Doch er merkt schon bald, dass, Mädchen angeht, auf der Insel nicht viel zu holen ist. Bis auf das Mädchen, das in der Cafeteria Suppe ausgibt, gibt es weit und breit nichts interessantes. Und so verbringt Seb seinen Urlaub größtenteils mit belanglosen und Zeit vertreibenden Beschäftigungen, wie Musik hören, die Insel erkunden etc. Die Geschichte wird erst etwas interessant, als Seb auf Kim trifft, die in einem Internat für reiche Kinder auf der Insel wohnt. Doch Kim ist kein versnobtes Mädchen, im Gegenteil. Sie grenzt sich mit ihrem Kleidungsstil und ihrer Art von ihrem „hohen Stand“ ab und kümmert sich sogar um den Einsiedler Karl, dem sie manchmal Geld zusteckt. Das Thema „Anders sein“ wird durch Kim zwar angerissen, aber  nicht wirklich tiefer darauf eingegangen. Insgesamt passiert während des gesamten Buches nichts wirklich aussagekräftiges, bis zu der Stelle, an der Karl verprügelt wird und Kim und Seb sich um ihn kümmern. Wer Karl verprügelt hat, wird am Ende zwar aufgeklärt, aber während der Geschichte bleibt diese Begebenheit, außer dass Kim und Seb ein paar Leute verdächtigen und sie beschatten, eher im Hintergrund.

Die Aussage des Titels wird inhaltlich nicht tiefer erörtert oder darauf eingegangen, sondern wird von Kim lediglich an einer Stelle erwähnt, indem sie Seb erklärt, dass sie sich nur dann für Fehler entschuldigt, wenn sie in jemanden verliebt ist. Insgesamt ist es nur eine oberflächliche, dahintröpfelnde unterhaltende Geschichte mit dem üblichen “love-interest”, die nicht so wirklich weiß, was sie eigentlich will und sagen möchte.

Johanna, 18 Jahre

 

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