Love Letters to the dead

Love Letters to the Dead von Ava Dellaira

Ava Dellaira

Aus dem Englischen von Katarina Ganslandt

cbt, Februar 2015

416 Seiten, € 17,99

ab 14 Jahren

 

 

Als Laurel in Englisch die Hausaufgabe aufbekommt, einen Brief an eine tote Persönlichkeit zu schreiben, ist dies der Beginn einer ganzen Kette von Briefen. Laurel beginnt an Kurt Cobain zu schreiben, dessen Musik ihre verstorbene Schwester May besonders gemocht hat. Sie schreibt an Amy Winhouse, Amelia Earhart, Judy Garland, Heath Leadger und noch einigen mehr und erzählt ihnen von ihrer verstorbenen Schwester May, von den Mädchen Natalie und Hannah, mit denen sie sich nach und nach anfreundet und von Sky, in den sie sich verliebt. Doch das Geheimnis um den Tod ihrer Schwester lastet auf ihr und erst nach und nach traut sie sich an die Ereignisse heran, die damals geschehen sind.

Dieses Buch ist einfach wunder-wunder-wunderschön, nicht nur durch die mittlerweile ausgestorbene Form des Briefes. Die bekommen durch Laurel einen ganz eigenen Charme, da sie die Leben der toten Personen recherchiert und mit ihnen auch in ihren Briefen kurz darüber spricht.

Zum Beispiel wie Judy Garland als kleines Mädchen immer gesungen hat, damit die Leute um sie herum immer fröhlich sind, oder River Phoenix Rolle in dem Film „Stand by me“. Dadurch hat man als Leser das Gefühl, dass Laurel nicht mit toten Persönlichkeiten redet, die sie nie getroffen hat, sondern dass sie mit Freunden über ihr Leben redet. Die Musik der Persönlichkeiten, an die Laurel schreibt, ist ein weiterer wichtiger Punkt, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Man merkt während der Geschichte, wie Laurel immer mehr versucht wie ihre tote Schwester zu sein, die sie sehr geliebt und bewundert hat. Zum Beispiel zieht sie ihre Klamotten an oder hört die Musik , die sie gemocht hat.

Dennoch weiß der Leser zunächst nicht, wie Laurels Schwester gestorben ist, sondern nur, dass Laurel ein großes Geheimnis daraus macht und sich selbst die Schuld daran gibt. Erst nach und nach werden die Puzzle-Stücke zusammengefügt und ergeben schließlich ein Ganzes. Doch neben der Bewältigung des Schmerzes und der Trauer, die Laurel wegen Mays Tod fühlt, gibt es auch viele Nebenhandlungen in Laurels Leben, wie z.B. ihre Freundschaft zu Natalie und Hannah, ihre Beziehung zu Sky und zu ihrer Familie. Dabei wirkt Mays Tod wie ein Schatten auf Laurels Leben, der auch zu einem Problem in ihrer Beziehung zu Sky wird, da sie sich ihm nicht anvertrauen will. Auch ihre beiden Freundinnen Hannah und Natalie wissen erst einmal nichts von May. Dadurch sind die einzigen Personen, an die sie sich wegen May wenden kann, nur noch ihre Familie, die aus ihrem Vater, ihrer äußerst religiösen Tante Amy und ihrer Mutter besteht und ihre toten Persönlichkeiten, an die sie schreibt. Besonders die Briefe und die Musik helfen ihr dabei, Mays Tod zu akzeptieren und sich anderen Leuten anzuvertrauen.

Fazit: Ein wunderschönes, sehr gefühlvolles Buch, das einem richtig ans Herz geht und das man nach dem Zuklappen am liebsten noch einmal lesen möchte.

Johanna, 18 Jahre

 

 

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