Munkel Trogg – Der kleinste Riese der Welt

Munkel Trogg Der kleinste Riese KLEIN

Janet Foxley

Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier

Mit Bildern von Steve Wells

Fischer KJB, Februar 2013

272 Seiten, € 10,99

ab 8 Jahre

 

Inhalt:

Munkel Trogg hat es wahrlich nicht einfach. Er ist der Kleinste unter den Riesen in Rumpelberg und wird von keinem wegen seiner nicht vorhandenen Größe ernst genommen. Sein Bruder Raubauz ärgert ihn, wo er nur kann, in der Schule wird Munkel von seinen Mitschülern und Lehrern gehänselt, so dass er dort nur als Gasthörer hin und wieder auftaucht. Seine Mutter sorgt sich zwar um ihn, vor allem, dass er genug isst, denn sie hofft wohl, daß Munkel dann noch ein wenig wächst. Die Schulabschlussprüfung „Gigantur“ steht bevor und dazu gehört auch für die Schulabgänger ein Besuch in die Kleinlingswelt, davon geht zumindest Munkel aus. Enttäuscht stellt er fest, dass sie stattdessen das lediglich das Museum der Kleinlingswelt am Königshof von König Gedankenarm besuchen. Die Kleinlinge sind die Feinde der Riesen, da sie mit ihren mörderischen  Zauberstöcken und anderen Waffen eine ernst zu nehmende Gefahr sind. Als der große Weise und Mann des Großen Rats, der Ehrenwerte Biblos, die Schüler durch das Museum führt, stellt er fest, dass nur Munkel die Ausstellungskleider der Kleinlinge passen. Diese Tatsache bringt den Ehrenwerten Biblos auf die geniale Idee, Munkel mit dieser Kleidung auf dem Rülps- und Pupswettbewerb am Geburtstag des Königs antreten zu lassen. Doch die vermeintlich gute Idee zum Wohle von Munkel entpuppt sich für ihn als ein riesengroßes Abenteuer, bei dem es um Drachen, Kleinlinge und anderen Gefahren geht…

Rezension:

Geschichten über Riesen und Drachen sind ein wenig in den Hintergrund gerückt und kommen dabei jedoch nie aus der Mode. Barry Cunningham, der britische Verleger und Entdecker von Joan K. Rowling und ihrem Harry Potter, der auch Cornelia Funke in Großbritannien und USA unter Vertrag hat, spürte diese herrliche Kindergeschichte auf, die Kinder wie Erwachsene bereits begeistert.  Das zeigen die zahlreichen Auszeichnungen, wie beispielsweise den Kinderliteraturwettbewerb der „Times“ und die Präsentation in 24 Ländern. Das da die Kinoverfilmung in Vorbereitung ist, vermag nicht zu verwundern.

Janet Foxley hat sich eine ganz ausgefallene und amüsante Welt der Riesen ausgedacht. Es gib Regeln, Gewohnheiten und ganz eigene Wertvorstellungen hat, die etwas anders wie unsere sind und trotzdem bekannt vorkommen. Es gibt herrlich schräge und skurrile Figuren wie Munkel Bruder Raubauz, Munkels ekliger Klassenkamerad Titan, die irgendwie typisch wirkende Lehrerin Frau Fitpo und der Ehrenwerte Weise Biblos. Schon ihre Namen sind ausgefallen witzig, sie werden aber auch mit entsprechendem Charakter und Charme gefüllt. Munkel ist ein liebenswerter Protagonist, den man einfach ins Herz schließt. Obwohl er es als kleinster Riese alles andere als einfach hat, gibt er nicht auf und lässt sich nicht unterkriegen. Er entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einem wahren Helden, nicht nur weil er plötzlich Drachen fliegen und bändigen kann, sondern weil er am Ende durch seine unaufdringliche Klugheit unentbehrlich für den König wird. Janet Foxley baut die Geschichte klug auf und füllt sie mit einem Feuerwerk origineller Einfälle, wie beispielsweise das merkwürdige Essen der Riesen wie Pilzschleim, Fuchsstäbchen, Dachsburger oder Fraßlokale wie dem McKnorpel, dem feinsten Restaurant in Rumpelberg. Munkel erzählt die Geschichte aus seiner Sicht und schlägt damit die Brücke zu den Kindern, denn wie er müssen auch sie sich immer wieder in der Welt der Riesen, respektive der Erwachsenen, ihren Platz sichern. Klein oder anders zu sein bedeutet oft gedemütigt und nicht ernst genommen zu werden. Es geht aber auch um Vorurteile, Respekt und Toleranz und anders sein zu dürfen.

Ergänzt wird die ausgefallene Geschichte, die sich auch bestens zum Vorlesen eignet, mit den nicht weniger schrägen Illustrationen von Steve Wells. Es sind Collagen mit Cartoons, eingearbeiteten realistischen Fotos, die Eidechsenlutschbonbons, Trübsal hoch drei zeigen oder auch einfach mal eindeutig darauf hinweisen, Popel nicht an die Wand zu schmieren. Diese herrlichen Albereien werden bei Mädchen wie Jungs sicher mehr als einen Lacher erzeugen. Die Seiten haben den optischen Touch, dass sie abgelesen und leicht schmuddelig wirken. Ein Nutellafleck mehr wird den „Gelesen-Eindruck“ sicher eher positiv verstärken… 😉

Ein wirklich gelungener erster Band der neuen „Munkel Trogg“-Reihe, die voller verrückter Einfälle, dabei spannend aufgebaut ist und einen durchdachten roten Faden hat. Sigrid Ruschmeier hat mit ihrer treffenden Übersetzung einen weiteren Grundstein für einen Erfolg in Deutschland gelegt. Es wird spannend zu beobachten sein, ob der gewitzte und sympathische Munkel auch hierzulande die Herzen von Jungen und Mädchen erobert, das Potential dazu hat er ganz bestimmt.

Das quietschgrüne Cover, das anhand eines Cartoons den Größenunterschied eines normalen und kleinen Riesen zeigt, ist ein neugierig machender Hingucker oder wie sagt man auf Neudeutsch „Eyecatcher“.

Sabine Hoß

Bewertung:

 

 

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