Nuno geteilt durch zwei

NUNO KLEIN

Saskia Hula

Illustrationen von Eva Muszynski

mixtvision, September 2013

80 Seiten, € 12,90

ab 7 Jahre

 

 

Es gibt einige Bücher für kleinere und größere Kinder, die sich mit Trennung, Scheidung mit den damit verbunden Problemen für die Erwachsenen und im Besonderen für die Kinder thematisieren. Aus dieser Flut vieler großer und kleiner Komplikationen hat sich Saskia Hula geschickt nur ein kleines Puzzelstein herausgesucht, das es aber in sich hat.

Als sich Nunos Eltern trennen, soll der kleine Junge jede Woche bei einem Elternteil wohnen. Damit er sich leichter eingewöhnen kann, streicht der Vater sein Zimmer in seiner neuen Wohnung in Nunos Lieblingsfarbe gelb. Genauso wie die Mutter, die ihn damit überrascht. Doch das erleichtert nicht wirklich das ständige Hin- und Her, denn jede Woche schleppt Nuno eine Menge Sachen mit sich, auf die er keinesfalls verzichten kann. Und irgendwie stellt Nuno fest, dass die Aufteilung zwischen der Papa- und Mama-Woche so gar nicht mit seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen zusammen kommt. Aber wie soll er das seinen Eltern mitteilen, ohne dass die beiden sich wieder in die Haare bekommen? Durch Zufall lernt Nuno die Nachbarin von seinem Papa kennen. Eine kauzige alte Dame, die Aloisia heißt und eine Katze besitzt. Die beiden kommen nach kleinen Startschwierigkeiten ins Gespräch und Aloisia findet eine Lösung für Nunos Problem, wie man beide Zuhause und Nunos Lieblingstage bei Mama und Papa unter einen Hut bekommt.

Die Autorin spricht in einer lockeren und für Leseanfänger leicht zu lesenden Sprache Kinder auf Augenhöhe an. Sie verpackt die Problematik in einer erfrischenden Geschichte und zeigt humorvoll, ohne jedoch den moralischen Finger zu erheben, dass Erwachsene mit ihrem vermeintlich besten Tun für ihr Kind, die eigentlichen Wünsche nicht wahrnehmen. Hula verzichtet auf angenehme Weise darauf, eine rundum glückliche Lösung für alle zu präsentieren, denn die Erwachsene müssen sich mit einem Kompromiss nähern. Es gelingt ihr mit sensiblem Blick, die Gefühle der Kinder in einer solchen Situation aufzufangen und ihnen mit (eigenem) Zutrauen ein bisschen Hoffnung für eine gute Zukunft zu geben.

Saskia Hula , Jahrgang 1966, ist in Wien geboren und lebt auch heute dort noch in der Nähe des Naschmarktes. In Österreich ist sie längst eine erfolgreiche Kinderbuchautorin. 2012 erhielt sie für ihr Bilderbuch „Die beste Bande der Welt“ (Residenz Verlag, 2012) den österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis.

Eva Muszynski hat mit schrägem Strich und warmen Farben der Geschichte freche Illustrationen geschenkt. Einzig die alte Dame Aloisia sieht eher wie ein Opa Alois aus. (Ich habe den Test gemacht und vier Leute, Erwachsene wie Kinder/Jugendliche, einzeln befragt, ob die Figur auf den Bildern eine Frau oder Mann sei. Es kam viermal die Aussage „Mann“ heraus.) Schade, obwohl Aloisia einen kauzigen und warmherzigen Charme hat, ist sie wohl mit der Illustration etwas „überzeichnet“.

Das Cover ist nett und präsentiert den portugiesischen kurzen Namen durch zwei geteilt stimmig zur Geschichte.

Eine gelungene Geschichte über die Problematik von zwei Zuhause, die sich bei Trennung der Eltern ergeben und einer Freundschaft zwischen jung und alt. Die Geschichte können souveräne Erstleser alleine lesen, viel schöner ist es aber sie vorzulesen und mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Sabine Hoß

Bewertung:

 

 

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