Das Streichholzschachtel-Tagebuch

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Paul Fleischmann

Bagram Ilbatoulline

Aus dem Englischen von Nicola T. Stuart

Jacoby & Stuart, August 2013

32 Seiten, durchgehend farbig, € 14,95, ab 5 Jahre

 

Inhalt:

Ein kleines Mädchen im Kindergartenalter besucht zum ersten ihren Urgroßvater. Im Antiquitätengeschäft des Uropas gibt es so vieles zu sehen und zu entdecken. Das Mädchen stöbert eine alte Zigarrendose mit vielen kleinen Streichholzschachteln auf. In jeder der kleinen Zündholzschachteln befindet sich ein Gegenstand, der vom Leben des Großvaters erzählt, als er noch klein war und noch nicht lesen und schreiben konnte. Die beiden öffnen eine Schachtel nach der anderen und reisen mit dem Inhalt in die Vergangenheit, machen Halt an wichtigen Stationen auf dem Lebensweg des Urgroßvaters. Das kleine Mädchen wird nachdenklich und beschließt wie ihr Urgroßvater ein Tagebuch führen zu wollen.

 

Rezension:

Auf doppelseitigen Bildern taucht man bereits auf den ersten Seiten in ein wunderschönes Antiquitätengeschäft des Urgroßvaters ein. In warmen Farben gibt es eine Fülle an Details und Kleinigkeiten von großen, kleinen bis winzigen Gegenständen zu entdecken. Mittelpunkt ist der Urgroßvater, ein liebenswürdig ausschauender älterer Herr, der sich über die Entdeckung der Zigarrenschachtel seiner Urenkelin freut. Die Illustrationen von Bagram Ibatoulline sind auf einem gelb-orangen marmoriertem Hintergrund, der den gelungenen Eindruck eines vergilbten, alten Albums entstehen lässt. Seine Zeichnungen zeichnen sich durch eine sehr feine Detailgenauigkeit aus, die schon fast an Fotografie erinnert. Mit jedem Gegenstand, der aus der Streichholzschachtel in die Vergangenheit führt, erzählt der Urgroßvater eine Erinnerung und den Grund, warum der Gegenstand den Weg in die Schachtel gefunden hat. Diese Erinnerungen werden durch überwiegend schwarz-weiß gehaltene Bilder unterstrichen, die intensiv und ausdrucksvoll die Atmosphäre und das Leben wiedergeben; und sich von den farbigen Zeichnungen der Gegenwart abheben. Es sind Bilder, die ein armes Leben des kleinen Jungen in Italien zeigen, dessen Vater im fernen Amerika für seine vielköpfige Familie schwer arbeitet. Als die Not um 1916 zu groß wird, reist die Familie von Neapel mit einer Schiffspassage unter schwierigen Bedingungen zum Vater nach New York. Doch auch in Amerika erwartet alle ein hartes und arbeitsreiches Leben. Der kleine Junge träumt davon, lesen und schreiben zu lernen, aber die Eltern sind sich lange nicht einig, ob ihr Sohn als Erster eine Schule besuchen soll. Da er eine Druckerlehre macht , später einen Buchladen und einen Antiquitätenhandel eröffnet, lässt sich erahnen, wie die Entscheidung ausgegangen ist.

Die wunderschönen Bilder und Illustrationen von Bagram Ibatoulline werden mit kurzen, verständlichen Texten von Paul Fleischmann ergänzt, die zu einer originellen und wunderschönen Auswanderergeschichte und Zeitreise in die Vergangenheit um 1916 zwischen Italien und Amerika einladen.

„Das Streichholzschachtel-Tagebuch“  – ein langer und fast Zungenbrecher-Titel, trotzdem werden bereits Kinder im Kindergartenalter und Erwachsene ihre Freude beim Betrachten, Vorlesen und Gespräch dieses Buches haben.

Sabine Hoß

Bewertung:

 

 

 

 

 

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