Chroniken der Weltensucher: Der Palast des Poseidon

Thomas Thiemeyer

Loewe, Juni 2010

480 Seiten,  € 17,90

Ab 12 Jahre

Inhalt:

Die Gruppe um den Forscher Carl Friedrich von Humboldt ist gerade erst in Berlin von ihrer ersten Expedition zurückgekehrt, da erhalten sie bereits einen neuen Auftrag. Ihr neues Abenteuer führt sie nach Griechenland. Dort ist ein Frachtschiff vor der Inselgruppe Santorin in Seenot geraten. Ein Leuchtturm mit mysteriösen Lichtsignalen taucht plötzlich auf, eine Riesenkrake greift mit einem Fangarm das Schiff und zieht es in die Tiefe des Meeres. Dem Kapitän, der die Katastrophe überlebt hat, glaubt zunächst niemand. Doch es ist nicht das erste Schiff, das unter höchst merkwürdigen Umständen versunken ist. Humboldt soll nun mit seinem Team die versunkenen Schiffe suchen und der Sache auf den Grund gehen. Mit einer Tauchkugel entdecken sie eine völlig neue, unbekannte Welt. Doch sie werden auf ihrer Expedition verfolgt und müssen länger als geplant auf dem 300 Meter tiefen Meeresgrund verweilen. Dabei machen sie eine ungeheuerliche Entdeckung.

Rezension:

Mit diesem zweiten Band setzt Thomas Thiemeyer die “Chroniken der Weltensucher”  fort. Auch wenn man den ersten Band „Die Stadt der Regenfresser“ nicht gelesen hat, schafft es der Autor kurz und klar die Gruppe um den Forscher Carl Friedrich von Humboldt zu beschreiben, so dass man sehr schnell einen eingängigen Zugang zu den wichtigsten Personen und Zusammenhänge aus der Vorgeschichte erhält. Der Abenteuerroman ist eine raffinierte Mischung aus Fantasy und Science Fiction, zurückversetzt in die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Erfindungen aus dem Buch “Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer” von Jules Verne und der Autor selber spielen eine Rolle in der Geschichte und es wirkt witzig, wenn seine technischen Erfindungen mit modernen Robotern der Gegenwart verbunden werden. Auch wenn es bei diesem Buch –  wie bei vielen anderen, deren Rahmenhandlung auf dem Meeresgrund spielt –  um die versunkene Stadt Atlantis geht, hält Thiemeyer durch die originelle Mixtur von Geschichte, Science-Fiction und Wissenschaft einen fesselnden Spannungsbogen. Endlich einmal eine interessante Abenteuer- und Fantasygeschichte in einer ansprechenden, mit Witz und Wissen verpackten bilderreichen Sprache, die ohne Vampire, Werwölfe und ähnlichem auskommt und vom Thema her Mädchen wie Jungen gleichermaßen anspricht.

Sabine Hoß

Bewertung:

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